Vorbilder

In der bürgerlichen Gesellschaft wird immer wieder die Bedeutung von Vorbildern angesprochen. Die Gefahr von Vorbildern wird dagegen vollständig ignoriert.
Unbestreitbar ist, dass Kinder sich an Vorbildern orientieren. Was die Erwachsenen in ihrem sozialen Umfeld tun, dient ihnen als Blaupause für das eigene Verhalten. Dabei übernehmen sie vor allem die Verhaltensweisen, für die sie mit positiver Aufmerksamkeit belohnt werden.
Schon da zeigt sich die Zweischneidigkeit von Vorbildern. Allzu oft werden Verhaltensweisen belohnt, die weder für das Kind noch für die Gesellschaft vorteilhaft sind und die Fehler der Alten werden zu Fehlern der Jungen. Daran kann man nichts ändern. Jeder macht Fehler und Kinder lernen durch Nachahmung.
Leider endet der Einfluss von Vorbildern nicht automatisch mit der Kindheit. Viele Menschen orientieren sich ein Leben lang an Vorbildern, bleiben Kopien vorgemachter Verhaltensweisen und entwickeln so nie eine eigenständige Persönlichkeit. Man braucht sich nur einmal anzusehen, wie viele Menschen sich wie die Darsteller in Filmen und Fernsehserien verhalten, um Vorbilder kritisch zu betrachten, insbesondere weil es sich bei diesen Vorbildern um erfundene Charaktere ohne Tiefe handelt.
Film und Fernsehen haben die Gesellschaft nicht besser gemacht, im Gegenteil. Täglich werden Gier, Egoismus, Hinterlist, Gewalt und Verachtung in die Köpfe von Menschen transportiert, die keine eigene Persönlichkeit haben und diese Verhaltensweisen imitieren.
Manchmal sind Vorbilder gefährlich.

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Primitive Rudeltiere

Stolz präsentiert sich der Mensch als Krone der Schöpfung, bewundert seinen technischen Fortschritt und sein Gehirn.
Leider wird dieses Gehirn nicht oder falsch genutzt. Es gibt uns die Möglichkeit uns selbst und unser Verhalten zu betrachten und zu ändern. Diese Nutzungsmöglichkeit wird nur von sehr wenigen Menschen in Anspruch genommen.
Egal ob Bankier oder Bankräuber, Arbeitgeber oder Arbeitnehmer, Herr oder Sklave, Täter oder Opfer, im Verhalten unterscheiden wir uns nicht von primitiven Rudeltieren. Noch immer wird unser Alltag von einer Hackordnung geprägt. Wir definieren uns selbst über die Stellung, die wir in unserem Rudel einnehmen, statt uns nach dem Kern unseres Wesens zu fragen und zur Eigenständigkeit zu gelangen. Status ist wichtiger als Authentizität, es sei denn diese Authentizität dient dazu den eigenen Status zu verbessern.
Krieg, Fremdenfeindlichkeit, Ausbeutung und Umweltzerstörung sind nur einige Folgen dieser Verhaltensmuster. Wir streiten darum, wessen Rudel dominiert, die einzige Wahrheit kennt, prügeln uns um Ressourcen, verkaufen uns an die Anerkennung des Rudels.
Das Gehirn nutzen wir nur, um bessere Strategien, bessere Waffen, eine bessere Selbstdarstellung zu erfinden.
Arme Menschheit.

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Führerkult

Nun ist er also „gewählt“, der neue Königsersatz.
Wie jedes mal frage ich mich, wozu man so einen Bundespräsidenten braucht. Oder einen Bundeskanzler. Um Gesetze zu beschliessen, benötigt man beide nicht. Das ist Aufgabe des Parlaments.
Wozu brauchen wir diese Galeonsfiguren?
Ich denke, es liegt hauptsächlich daran, dass die Mehrheit der Bevölkerung aus primitiven Rudeltieren besteht, die einen Leithammel brauchen. Der Führerkult hat zwar einen anderen Namen, ist aber noch immer da. Egal, ob man für oder gegen die Person ist, sie dient als Brennpunkt. Man kann dem Führer folgen oder ihn bekämpfen, Hauptsache man hat einen. Wobei auch jene, die den offiziellen Führer bekämpfen, sich wieder hinter einem Führer versammeln.
Für mich wird diese Geisteshaltung immer unverständlich bleiben. Ich bin kein Rudeltier und folge keinem Führer.

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