Integration

Özil sei Dank wird endlich wieder über Integration gesprochen.
Leider nicht ehrlich.
Eigentlich sollte auch der dümmste Politiker verstanden haben, dass sich der Islam nicht in eine weltoffene Gesellschaft integrieren lässt. Doch das gilt in gleichem Umfang auch für den Katholizismus, wie die homophoben Aussagen aus dem Vatikan deutlich zeigen.
Als bayrische Folklore mag die Religion eine gewisse integrative Wirkung entfalten. Doch wo das biblische Menschenbild ernst genommen wird, lässt sich der Unterschied zum Islam nur noch in den Ritualen entdecken. Religion ist der natürliche Feind der weltoffenen Gesellschaft. An der Kröte hat sich schon Rom verschluckt.
Die weltoffene Gesellschaft hat für solche religiösen Dogmatiker Nischen. Ein paar radikale Spinner kann eine vielfältige Kultur dulden, ohne sich selbst zu zerstören. Doch wenn so eine Minderheit zur Mehrheit wird, ist für weltoffene Menschen kein Platz mehr übrig. Dabei ist es egal, welchen Glauben die Dogmatiker predigen.
Wenn es um Weltoffenheit geht unterscheidet sich Polen nicht von Qatar, Ungarn nicht von Ägypten, Russland nicht von Myanmar. Wo religiöse Vorstellungen die Kultur einer Gesellschaft prägen wird nicht integriert, sondern aussortiert.
Seid wachsam.

Ist der Humanismus am Ende?

Auch wenn Europa weit davon entfernt ist humanistisch zu sein, Kapitalismus und Humanismus vertragen sich nicht, ist die Idee einer humanistischen Gesellschaft doch eine Grundsäule unseres Zusammenlebens. Doch immer mehr Menschen wenden sich von dieser Idee ab und radikalen Positionen zu.
Ist der Humanismus gescheitert?
Religionsfreiheit ist eine der Grundlagen des Humanismus. Jahrhunderte voller Religionskriege haben uns gelehrt, dass man Andersgläubige nicht mit Feuer und Schwert zum eigenen Dogma bekehren kann. Leider scheint diese Lehre bei vielen Menschen nicht angekommen zu sein und von öffentlicher Propaganda angeheizt beginnt wieder einmal der Kampf der Religionen.
„Multikulti ist gescheitert.“ steht auf den Plakaten, die fremdenfeindliche Wutbürger auf ihren Demonstrationszügen in die Kameras halten. Doch nicht fremde Kulturen sind ihr Ziel. Sie wollen nicht Mc Donalds oder Dönerbuden aus dem Stadtbild entfernen, sondern Kopftücher und Moscheen. Der Kreuzzug richtet sich noch immer gegen die Muslime.
Dass viele Muslime sich nicht zu den humanistischen Werten Europas bekennen, gehört zwar zu den Ursachen des sich verschärfenden Konflikts. Doch kann man von ihnen fordern, was man den Katholiken nicht zumuten will? Auch die weigern sich noch immer die Gleichberechtigung von Mann und Frau in die Praxis ihrer Religionsausübung zu integrieren.
Man kann Humanismus nicht befehlen und auch religiöser Wahn lässt sich nicht durch ein Gesetz aus der Welt schaffen. Nicht einmal Lenin und Stalin haben es geschafft die Religion abzuschaffen. Glauben lässt sich nicht verbieten.
Nun werden die uralten Konflikte zwischen den jüdischen Sekten, zu denen man auch Christentum und Islam zählen kann, wieder einmal für politische Ziele genutzt. Opfer sind nicht nur zahlreiche Menschen, die zwischen den Fronten einen gewaltsamen Tod finden, sondern auch die Idee der offenen Gesellschaft.
Wird der Humanismus diesen Konflikt überleben?