Angekommen

Über ein Jahrzehnt lang habe ich nach einem Elfenbeinturm gesucht, einem Ort, an dem ich ein Atelier einrichten und darin in Ruhe schaffen kann. Nun habe ich diesen Ort endlich gefunden, in einem kleinen Tal abseits des lärmenden Wirtschaftswachstums, dem sich die meisten Menschen dieses Landes unterworfen haben. Ich will lieber etwas schaffen, nicht für die Ewigkeit, sondern mir und allen die es wollen zur Freude.
Zwei Wochen bin ich nun hier, tanke die Ruhe, atme abgasarme Luft, genieße die mich umgebende Idylle von Wald und Wiesen.
Es gibt viel zu tun, ein Atelier entsteht nicht von allein. Eine neue Küche muss gebaut werden, in bewährter Weise aus alten oder billigen Brettern. Die Arbeitstische müssen geplant, Wände gestrichen oder tapeziert werden. Doch nach der ersten Hektik geschieht das alles nun mit Muse.
Ich bin angekommen.

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Wünsche

Ich möchte tausend Blüten sehen,
weiße, gelbe, blaue,
wenn ich auf Frühlingswiesen stehe
und nach unten schaue.

Ich möchte Wald und Wiese riechen,
wenn ich das Haus verlasse
und nicht an Dieselgasen siechen
auf eurer glatten Straße.

Ich möchte tausend Vögel hören,
Amseln, Drosseln, Spatzen,
die singend keine Ruhe stören,
wenn sie vor Liebe platzen.

Ich möchte echtes Leben schmecken
statt künstlicher Vanille.
Ihr lasst das Paradies verrecken,
ihr fürchtet seine Stille.

Ich möchte tausend Hände fühlen,
die zart die Haut berühren
und nicht nach kaltem Eisen wühlen,
um damit Krieg zu führen.

Ich möchte meine Welt zurück,
doch ihr habt sie zerstört
und tötet weiter Stück für Stück
was meinem Kind gehört.

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