Kulturnation

Darf man wirklich von einer Kulturnation sprechen, wenn die Bürger dieser Nation sich ein Auto für 60000,- oder 80000,- oder noch mehr Euro vor die Tür stellen und einen billigen Kunstdruck ins Wohnzimmer hängen, bei dem der Rahmen oft teurer ist als das Bild?
Und wieviel Schuld an diesem Missverhältnis haben die Banken, die zwar den Kauf des Autos finanzieren, aber für den Kauf von Kunst kein Darlehen gewähren? Und das obwohl das Auto rapide an Wert verliert, wogegen Kunstwerke langfristig im Wert steigen.
Bedeutet Kultur sich jedes Jahr ein neues Smartphone zu kaufen und Kaffee aus Kapseln zu brühen?
Weshalb geben die Menschen über 100 Euro für eine Konzertkarte aus, finden aber 1000 Euro für ein Original zu teuer?
Ich kenne die Antworten nicht. Ich merke nur bei diesen Fragen, dass ich die Menschen viel weniger verstehe, als ich mir selbst einrede.

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Das liebe Geld

Erst einmal: Ich habe genug.
Ich habe ein Dach über’m Kopf, genug zu essen, fließendes Wasser (sogar warmes), Strom, Internet, jede Menge Kram. Ich lebe ohne Not.
Natürlich habe ich Wünsche, wie jeder andere auch. Doch Wünsche erfüllen vertreibt sie nicht. Wünsche sind wie die Hydra. Für jeden erfüllten Wunsch entstehen zwei neue. Dieses Hamsterrad habe ich verlassen.
Andererseits habe ich seit fünfzehn Jahren keine Ausstellung mehr gemacht. Ich kann es mir nicht leisten. Ausstellungen sind teuer. Man muss Bilder rahmen, transportieren, versichern, die Ausstellung organisieren und bewerben. Dafür habe ich nicht genug Geld.
Schade für euch.

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