Identität

Schon seit Jahren versuche ich zu verstehen, was Menschen dazu bewegt den Rattenfängern nachzulaufen. Nun hat mir einer dieser Rattenfänger eine nachvollziehbare Erklärung gegeben, die identitäre Bewegung.
Scheinbar besitzen viele Menschen keine eigene Identität und versuchen sich diese durch die Zugehörigkeit zu einer Gruppe zu verleihen. Das erklärt nicht nur politische Bewegungen, sondern auch Fußballfans, Sekten und Familienclans. Wer nicht weiß, wer er ist, versucht Teil von einem wir zu sein.
Diese Suche nach geborgter Identität muss nicht zwangsläufig im politisch rechten Spektrum enden. Ich konnte dieses Verhalten ja auch bei unterschiedlichen linken Gruppen beobachten. Dort ist es nur etwas komplizierter. Es reicht nicht links zu sein, man muss auch richtig links sein, also dem eigenen elitären Zirkel angehören.
Scheinbar wird das gesamte Sozialverhalten der Gesellschaft von diesem Mangel an eigener Identität beherrscht. Die Menschen definieren sich über ihr soziales Umfeld, über die Menschen, mit denen sie sich umgeben.
Nur eine Minderheit hat eine autonome Persönlichkeit, sieht sich als Mensch unter Menschen, nennt sich selbst nicht Deutscher oder Katholik und kann sich als Individuum keine Fremdenfeindlichkeit erlauben, weil jeder andere Mensch ein Fremder ist.
Auch diese Antwort führt mal wieder zu neuen Fragen. Ist dieses Verhalten der Mehrheit eine Folge der Erziehung oder ein Ergebnis des Rudelinstinkts? Kann die Menschheit diesen Mangel an Individualität und die daraus resultierenden Konflikte überwinden? Und wie?