Genug

Warum ist genug nicht genug?
Ich habe mehr als genug, eine schöne Wohnung, ein helles, großes Atelier, eine Werkstatt, genug zu essen, fließendes Wasser, Strom, Internet. Das ist mehr als die Mehrheit der Menschheit besitzt, mehr als ich brauche.
Ich habe lange in deutlich schlechteren Verhältnissen gelebt.
Trotzdem gibt mein Kopf keine Ruhe, sucht ständig nach Wegen meine Kunst gewinnbringend zu vermarkten, Geld zu scheffeln.
Warum?
Natürlich habe ich Wünsche, ein Bassverstärker, eine bessere Kamera, Bilderrahmen und, und, und. Doch keiner dieser Wünsche ist die Mühe wert, die ich mir wegen dem Verkauf meiner Bilder mache.
Es gibt unerfüllte Träume, der umgebaute Doppeldeckerbus als Festivalcafe, die vier Wochen mit guten Musikern im Tonstudio und auf Tournee. Doch das sind Träume eines jüngeren Mannes. Heute bin ich froh über mein geruhsames Leben auf dem Land.
Warum also kann ich es nicht lassen über Vermarktungsstrategien und Bewerbungsschreiben nachzudenken? Es gibt keinen sichtbaren Grund dafür. Mich plagt keine Not, keine Zukunftsangst, keine Gier. Auch das Bedürfnis nach gesellschaftlicher Anerkennung, nach Ruhm und Ehre, kann ich nicht in mir finden.
Ich bin zufrieden mit meinem Leben und suche doch nach mehr.
Ist das der Fluch des Menschseins?
Ist genug nie genug?

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Kulturnation

Darf man wirklich von einer Kulturnation sprechen, wenn die Bürger dieser Nation sich ein Auto für 60000,- oder 80000,- oder noch mehr Euro vor die Tür stellen und einen billigen Kunstdruck ins Wohnzimmer hängen, bei dem der Rahmen oft teurer ist als das Bild?
Und wieviel Schuld an diesem Missverhältnis haben die Banken, die zwar den Kauf des Autos finanzieren, aber für den Kauf von Kunst kein Darlehen gewähren? Und das obwohl das Auto rapide an Wert verliert, wogegen Kunstwerke langfristig im Wert steigen.
Bedeutet Kultur sich jedes Jahr ein neues Smartphone zu kaufen und Kaffee aus Kapseln zu brühen?
Weshalb geben die Menschen über 100 Euro für eine Konzertkarte aus, finden aber 1000 Euro für ein Original zu teuer?
Ich kenne die Antworten nicht. Ich merke nur bei diesen Fragen, dass ich die Menschen viel weniger verstehe, als ich mir selbst einrede.

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Das liebe Geld

Erst einmal: Ich habe genug.
Ich habe ein Dach über’m Kopf, genug zu essen, fließendes Wasser (sogar warmes), Strom, Internet, jede Menge Kram. Ich lebe ohne Not.
Natürlich habe ich Wünsche, wie jeder andere auch. Doch Wünsche erfüllen vertreibt sie nicht. Wünsche sind wie die Hydra. Für jeden erfüllten Wunsch entstehen zwei neue. Dieses Hamsterrad habe ich verlassen.
Andererseits habe ich seit fünfzehn Jahren keine Ausstellung mehr gemacht. Ich kann es mir nicht leisten. Ausstellungen sind teuer. Man muss Bilder rahmen, transportieren, versichern, die Ausstellung organisieren und bewerben. Dafür habe ich nicht genug Geld.
Schade für euch.

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Bankster

Der Bankster geht wie jeden Tag
daran sein Geld zu mehren.
Er sucht die Lücken im Vertrag,
weil er nicht ehrlich spielen mag
und niemand kann sich wehren.

Der Bankster weiß zwar, was er tut,
doch er denkt nicht an morgen.
Ist heute die Rendite gut
verkauft er auch sein eigenes Blut
und geht sich fremdes borgen.

Der Bankster ist ein armes Schwein,
kein Mitmensch kann ihn leiden.
Niemand will sein Kumpel sein,
denn er liebt nur seinen Schein.
Man muss ihn nicht beneiden.

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