BGE

Ja, es wird sie geben. Die notorischen Gammler und arbeitsscheuen Gesellen, die ein bedingungsloses Grundeinkommen dazu nutzen werden faul in der Sonne zu liegen. Warum auch nicht. Die christliche Arbeitsmoral gilt nur für Christen.
Doch es werden viel weniger Menschen sein, die auf Arbeit und zusätzliches Einkommen verzichten, als die Schwarzmaler prophezeien. Diese ewig gestrigen Miesepeter vergessen bei ihrer Argumentation eine wichtige Charaktereigenschaft des Menschen: die Gier. Wer mehr als das tägliche Brot will muss sich ein zusätzliches Einkommen erwirtschaften und Arbeit ist für viele der einfachste Weg zu Geld zu kommen.
Auch die Befürchtung, dass für viele schlecht bezahlte, langweilige, schmutzige und unangenehme Arbeiten niemand mehr bereit sein wird hat keinerlei Berechtigung. Im Gegenteil.
Heute wird den Unterbezahlten die Anerkennung für ihre Leistung genommen, wenn sie zusätzlich staatliche Hilfe in Anspruch nehmen müssen. Ihr Lohn wird als Einkommen verrechnet und nur ein winziger Teil davon fließt als Mehrbedarf in die eigene Kasse.
Bei der Umkehrung dieses Prinzips, wenn Lohn immer Zusatzeinkommen ist, werden sogar mehr Menschen bereit sein ein paar Stunden lang Gullis zu putzen. Sie werden vielleicht keine vierzig Stunden in der Woche arbeiten wollen, doch die Arbeit wird gemacht werden. Der Arbeitsmarkt wird sich verändern, aber nicht zusammenbrechen.
Das häufigste Gegenargument ist die scheinbar unbezahlbare Finanzierung eines bedingungslosen Grundeinkommens. Auch das ist nur ein Scheinargument. Das Bruttosozialprodukt ist mehr als ausreichend für diese grundlegende Änderung der Sozialpolitik. Ob ein bedingungsloses Grundeinkommen so viel mehr kostet, als die gegenwärtigen Summen im Haushalt von Bund, Ländern und Gemeinden ist sowieso fragwürdig. Immerhin spart der Staat große Summen bei den Personalkosten, weil nicht mehr unterschiedliche Behörden prüfen, rechnen und drangsalieren müssen.
Im Prinzip kann man die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens als große Steuerreform betrachten und wenn der Staat dann Arbeit unabhängig davon ob ein Mensch oder eine Maschine sie macht besteuert, dürfte sie sich auch für die Finanzämter lohnen.
Was abseits dieser wirtschaftspolitischen Überlegungen vor allem für ein bedingungsloses Grundeinkommen spricht, kann man am dem Beitrag zugeordneten Bild erkennen. Ohne die mir monatlich gezahlte Grundsicherung wäre dieses Werk nicht entstanden. Ob es einen kapitalistischen oder künstlerischen Wert hat ist nebensächlich. Es gibt Menschen, die sich daran erfreuen und das ist mehr, als man von den Maßnahmen des Staates sagen kann.
Leider wird die deutsche Sklavenhaltermentalität die dringend notwendige Reform der Sozialgesetze noch lange blockieren. Schade für all jene, die sich keine Arbeitsunfähigkeit erstreiten können.

Facebooktwittergoogle_plusredditpinterestlinkedinmail
Facebooktwittergoogle_pluslinkedinrssyoutube

Biorythmus

Ich lebe in ständigem Wandel, jeder Tag ist anders. Es gibt Tage der Worte und Tage der Musik, Tage der Pixel und Tage der Schere, Tage der Aktivität und Tage der Gammelei. Es gibt keinen Plan für diese Wandlungen, keinen äußeren Anlass. Alles geschieht einfach.
Für mich waren diese Phasen immer schwierig mit den Anforderungen der Arbeitswelt in Einklang zu bringen. Wie soll ich kochen, wenn meine Seele malen will?
Es ist mir bis heute unverständlich, wie andere Menschen dem Stumpfsinn von Uhr und Kalender gehorchen können. Sind die so viel anders als ich? Haben die weniger intensive inneren Phasen?
Ich weiß es nicht. Ich weiß nur, dass ich nicht so wie sie funktioniere. Ich folge meinem eigenen Rythmus.
Die Gesellschaft, ihre Bürokratie, ihre Gutachter halten das für krankhaft. Sie haben mich aussortiert. Glück gehabt. Es ist schön nicht mehr arbeiten zu müssen. Jetzt kann ich malen, wann ich will. Oder schreiben, spielen, gammeln, kochen, musizieren.
Mein Leben ist schön.

Facebooktwittergoogle_plusredditpinterestlinkedinmail
Facebooktwittergoogle_pluslinkedinrssyoutube

Arbeit

Jeden Morgen schreit der Wecker
jagt die Menschen aus den Betten.
Jeder Schuster, jeder Bäcker,
jeder will die Wirtschaft retten.

Von den Bonzen angetrieben
produzieren sie Massenware.
Wären sie zuhaus’ geblieben
gäbe es keine Modezare.

Handwerk heißt von Hand gemacht,
unser Werk tun heut’ Maschinen
keiner weiß mehr, wie man lacht,
jeder will mehr Geld verdienen.

Statt zur Arbeit geh’ zum Schaffen
fröhlich in den Tag hinein.
Lass den Nachbarn neidisch gaffen.
Arbeit macht die Welt gemein.
Facebooktwittergoogle_plusredditpinterestlinkedinmail
Facebooktwittergoogle_pluslinkedinrssyoutube