Bankster

Der Bankster geht wie jeden Tag
daran sein Geld zu mehren.
Er sucht die Lücken im Vertrag,
weil er nicht ehrlich spielen mag
und niemand kann sich wehren.

Der Bankster weiß zwar, was er tut,
doch er denkt nicht an morgen.
Ist heute die Rendite gut
verkauft er auch sein eigenes Blut
und geht sich fremdes borgen.

Der Bankster ist ein armes Schwein,
kein Mitmensch kann ihn leiden.
Niemand will sein Kumpel sein,
denn er liebt nur seinen Schein.
Man muss ihn nicht beneiden.

Frohes Fest

Weihnacht ist das Fest der Liebe,
man umarmt sich ohne Wärme
und nach Hektik und Geschiebe
quält nun Völlerei die Därme.
Dicht gedrängt ist die Familie
jährlich einmal vollversammelt,
gönnt sich frische Petersilie,
wenn ein Kind Gedichte stammelt.
Aufgetakelt geht’s zur Messe,
diese Tradition verpflichtet.
Kekse wandern in die Fresse
und der Baum wird abgelichtet.
Gemeinsam in die Röhre glotzen,
leere Worte reden stumm.
Statt zu fressen will ich kotzen,
denn der schöne Baum ist krumm.
Ich kann dieses Fest nicht leiden,
mich bedrückt der schöne Schein.
Ich will die Heuchelei vermeiden
und feiere den Tag mit mir allein.

Frieden

Frieden, ein schönes Wort.
Wo kann man ihn finden?
Der Frieden lebt an keinem Ort,
er zieht mit lauen Winden.

Man kann ihn nicht befehlen,
der Frieden ist stets frei.
Man kann ihn auch nicht stehlen,
man hat ihn stets dabei.

Nur ein Moment der Stille,
schon ist der Frieden da.
Aus Wünschen blüht der Wille,
und Frieden macht sich rar.

Ganz ohne ihn zu wollen
kommt Frieden von allein
und lässt selbst Steine rollen,
um mit dir frei zu sein.

Lügen

Lügen haben kurze Beine,
doch sie rennen furchtbar schnell.
Lügen kommen nie alleine
und sind der Gerüchte Quell’.

Lügen können Balken biegen
oder drei gerade machen.
Lügen können sehr viel wiegen
und als Turm zusammenkrachen.

Lügen bauen stolze Mauern
und verkünden manchen Traum.
Es lügen Bonzen so wie Bauern
und vielleicht auch mancher Baum.

Mitläufer

Vor Jahren schrien sie laut mit,
gedankenlos im gleichen Tritt
und säten Tod für Völker gleich,
die Panzer hart, die Birne weich.

Sie schrien Heil für ihren Sieg
und rannten in den großen Krieg.
Im Schlachthaus ihrer Idiotie
starb Widerstand mit dem Genie.

Als endlich war der Krieg verloren
war mancher plötzlich neu geboren
als Demokrat und Saubermann.
Wer mitläuft ist nicht schuld daran.

Auch heute schreien blöde Horden,
wollen wieder geistlos morden,
weil sie das Fremde nicht verstehen.
Ich kann das Unheil kommen sehen.

Wirtschaft

Wirtschaft, Wirtschaft über alles,
über alles in der Welt
und im Falle eines Falles
wird der letzte Baum gefällt.

Arbeit wird nur dem gegeben
der sich vor den Bonzen beugt
und statt froh und frei zu leben
mit seiner Kraft Maschinen säugt.

Wirtschaft, Wirtschaft über alles,
im Lande blüht die Korruption
und im Falle eines Falles
verzichtet jeder auf mehr Lohn.

Im Lande dröhnen die Maschinen,
beugen vieler Menschen Haupt.
Sie haben das was sie verdienen.
Sklaverei ist doch erlaubt.

Wahrheit

Wissen können Menschen teilen.
Wahrheit ist und bleibt privat.
Auch in hunderttausend Zeilen
kann ich nur an Worten feilen.
Wahrheit ist ein leeres Blatt.

Ich kann sie für mich erkennen
doch sie nicht in Worte gießen,
sie niemals beim Namen nennen
oder von den Lügen trennen,
die in ihrem Schatten sprießen.

Wissen können Menschen kaufen.
Wahrheit ist und bleibt privat.
Jeder muss alleine laufen,
niemand kann den Andren taufen,
wenn er sie gefunden hat.

Wünsche

Ich möchte tausend Blüten sehen,
weiße, gelbe, blaue,
wenn ich auf Frühlingswiesen stehe
und nach unten schaue.

Ich möchte Wald und Wiese riechen,
wenn ich das Haus verlasse
und nicht an Dieselgasen siechen
auf eurer glatten Straße.

Ich möchte tausend Vögel hören,
Amseln, Drosseln, Spatzen,
die singend keine Ruhe stören,
wenn sie vor Liebe platzen.

Ich möchte echtes Leben schmecken
statt künstlicher Vanille.
Ihr lasst das Paradies verrecken,
ihr fürchtet seine Stille.

Ich möchte tausend Hände fühlen,
die zart die Haut berühren
und nicht nach kaltem Eisen wühlen,
um damit Krieg zu führen.

Ich möchte meine Welt zurück,
doch ihr habt sie zerstört
und tötet weiter Stück für Stück
was meinem Kind gehört.